Bickendorf: Lebendig, innovativ und geschichtsträchtig

Vielfältig und abwechslungsreich präsentiert sich Bickendorf heutzutage. Der Stadtteil im Nordwesten von Köln wurde erstmals im 13. Jahrhundert schriftlich erwähnt. Der Name geht wahrscheinlich auf das fränkische Wort „beck“ für „Mund“ oder im übertragenen Sinn für „Gerichtsurteil“ zurück. Bickendorf blieb jahrhundertelang ein Dorf, das in seiner Entwicklung durch die Lage am äußeren Verteidigungsring Kölns behindert wurde. Dies änderte sich nach dem Abbruch der Stadtmauer ab 1881 als die GAG nach Plänen des bekannten Architekten Wilhelm Riphan ausgedehnte Arbeitersiedlungen errichtete. Unter dem Motto „Leech, Luff un Bäumcher“ boten sie kinderreichen Familien ein neues Heim. Weitere Ein- und Mehrfamilienhäuser baute die Wohnungsbaugenossenschaft Kölner Gartensiedlung ab dem Jahr 1920. Im Stil der Neuen Sachlichkeit entstand in den 20er-Jahren „Bickendorf II“, das heute eher als „Rosenhof-Siedlung“ bekannt ist. Entworfen vom Architekten-Duo Caspar Maria Grod und Wilhelm Riphahn steht die Siedlung heute unter Denkmalschutz.

Eines der wichtigsten Wahrzeichen von Bickendorf ist das älteste Bauwerk des Viertels: die Rochuskapelle an der Venloer Straße. Die Hofgutkapelle wurde im Jahr 1733 zu Ehren von St. Rochus, dem Schutzheiligen gegen die Pest, errichtet. Sie wurde von 1836 bis 1847 als Pfarrkirche genutzt. Nach einer teilweisen Zerstörung im Jahr 1842 wurde sie erneut aufgebaut und im Jahr 1925 restauriert.

Mitten in Alt-Bickendorf an der Ecke der Straßen „Am Rosengarten“ und „Am Brunnenbogen“ findet sich ein Brunnen, der im Jahr 1928 von Professor Euringer geschaffen wurde. Geschmückt ist der Brunnen mit einer Steinfigur, dem sogenannten „treuen Husaren“.  Mit seinem Akkordeon, dem „Quetschebüggel“, wurde er zur Symbolfigur des feiernden Bickendorfers. Dort, wo sich zu Karneval die Jecken treffen, herrscht sonst auf dem Platz mit dem „Brunnen des treuen Husaren“ eine beruhigende Stille und dörfliche Gelassenheit.

Bickendorf befindet sich seit einigen Jahren in einem grundlegenden Wandel. So wurden ehemalige Industriestandorte wie das Grotengelände, die Herbolfabrik oder das Gelände der alten Wagenfabrik neuen Bestimmungen zugeführt. So beeindruckt besonders das Konzept von „The Ship“, das als digitalstes Bürogebäude Europas gilt.

Wer mehr über kulturgeschichtlich wichtige Gebäude in Bickendorf erfahren möchte, kann sich informieren unter www.kulturpfad-bickendorf.koeln.

Kulturpfad Bickendorf

Unser Stadtteil im Nordwesten Kölns blickt auf eine lange Geschichte zurück. Davon zeugt eine Vielzahl an historischen und neuzeitlichen Gebäuden, vor allem aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Viele von ihnen stehen leider nicht unter Denkmalschutz, sind aber dennoch erhaltenswert, weil sie das Ortsbild von Bickendorf prägen und auf diese Weise die Identifikation der Menschen mit ihrem Stadtteil fördern. Leider verschwinden solche Häuser immer wieder zugunsten von häufig gesichtslosen Neubauten. Dem möchte die Initiative „Künstler für Bickendorf“ entgegenwirken und zum Erhalt der Gebäude beitragen. Unterstützt wird sie hierbei von der "Bickendorfer Interessengemeinschaft e.V." durch Veröffentlichungen im vierteljährig erscheinenden "BIG" Magazin. 

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