Vogelsang: Von der Stadtrandsiedlung zum Triotop

Der Mangel an Wohnraum war die Initialzündung zur Gründung des Stadtteils Vogelsang im Jahre 1931. Dort wurden in einer so genannten "Stadtrandsiedlung" Erwerbslose und arme, kinderreiche Familien angesiedelt, die möglichst vom Land stammen und sich mit Landwirtschaft auskennen sollten. Denn durch Kleintierhaltung und Gemüseanbau sollten sich die Vogelsanger weitgehend selbst versorgen. Im Dritten Reich, gegen Ende der 30er-Jahre, entstanden in Vogelsang neben den Einfamilienhäusern schließlich auch Mietshäuser, deren Einheiten im nationalsozialistischen Jargon „Volkswohnungen“ genannt wurden.

In der Siedlung wurde zu dieser Zeit auch die katholische Pfarrkirche St. Konrad nach Plänen von Hans Peter Fischer erbaut, die mit der Schule und dem Gasthaus noch heute den Ortsmittelpunkt am Vogelsanger Markt bildet.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde im Jahr 1955 die evangelische Emmauskirche und 1966 die zweite katholische Kirche St. Viktor in Vogelsang errichtet. Im Verlauf der Jahrzehnte wurden die ursprünglich einfachen Siedlerhäuser weitgehend modernisiert und ausgebaut, so dass heute nichts mehr an die einstige Armensiedlung erinnert.

Mit der Jahrtausendwende wuchs der Stadtteil mit weiteren Einfamilienhäusern und Mietwohnungen in nördliche Richtung. Die Entwicklung Vogelsangs von 1893 bis zum Jahr 2010 wurde im Auftrag des Bauunternehmens Friedrich Wassermann vom Kölner Künstler Bernd Grimm in sieben Bronzereliefs dargestellt. Sie zeigen – aufgestellt am Fuße der Belvederebrücke – wie sich der Stadtteil vom Ackerland hin zum Gewerbepark „Triotop“ gewandelt hat.